CASE STUDY 2 – HAMBURG: SPLIT-WÄRMEPUMPE & PV IN EINER STADTVILLA

Hamburg-Othmarschen: Wie eine Split-Wärmepumpe mit PV die Heizkosten einer Villa um 67 % senkt

Diese technische Case Study beschreibt die Modernisierung einer rund 240 m² großen Stadtvilla in Hamburg-Othmarschen. Ziel war es, eine alte Gasheizung durch eine Split-Wärmepumpe zu ersetzen und diese konsequent mit einer Photovoltaikanlage zu koppeln – mit Fokus auf niedrigen Geräuschpegel, hoher Effizienz und maximaler Nutzung des eigenen Solarstroms.

Im Ergebnis entstand ein System aus Split-Wärmepumpe, 9,6 kWp PV-Anlage, intelligentem Lastmanagement (SG-Ready) und sauber geplantem Hydraulischer Abgleich, das die Betriebskosten deutlich reduziert und den Autarkiegrad der Villa massiv erhöht.

  • Gebäudetyp: Stadtvilla, Baujahr 1985
  • Ort: Hamburg-Othmarschen
  • System: Split-Wärmepumpe (Daikin Altherma 3) + PV-Anlage 9,6 kWp
  • Zielsetzung: Heizkosten senken, Autarkie steigern, Schallschutz sicherstellen
  • Besonderheit: begrenzter Außenbereich, hybride Wärmeabgabe (Fußbodenheizung + Heizkörper)
„Wir wollten weg vom Gas, ohne Komfort einzubüßen – und wenn möglich den selbst erzeugten Strom so einsetzen, dass sich die Anlage auch wirtschaftlich richtig rechnet.“

Ausgangssituation: Gute Bausubstanz, alte Gastherme, steigende Kosten

Die Villa war baulich in gutem Zustand, die bestehende Heiztechnik hingegen nicht: Eine über 20 Jahre alte Gastherme mit zunehmender Störanfälligkeit, gemischtes Heizsystem und kein systematischer Einsatz von Solarenergie. Gleichzeitig lagen die Heizkosten auf einem für die Gebäudegröße typischen, aber klar spürbaren Niveau.

Rahmenbedingungen und Anforderungen der Eigentümer:

Anforderung Spezifikation
Energiequelle Strom + PV, Gasheizung vollständig ablösen
Platzbedarf Minimaler Außenbereich, seitliche Montage notwendig
Schallreduktion < 35 dB(A) in relevanten Bereichen
Wärmeabgabe Fußbodenheizung im EG, Heizkörper im OG (höhere Vorlauftemperatur notwendig)
Regelung PV-optimierter Betrieb mit SG-Ready-Funktion und intelligenter Laststeuerung

Auf Basis dieser Anforderungen wurde im ersten Schritt der zu erwartende Wärmepumpe Stromverbrauch berechnet und mit der geplanten PV-Leistung abgeglichen, um die Dimensionierung zu validieren.

Technische Herausforderung: Schall, Hybrid-System und PV-Einbindung

1. Schalloptimierung im dicht bebauten Umfeld

Othmarschen ist ein klassischer Hamburger Villenstadtteil mit dichter Nachbarbebauung. Die Außeneinheit musste an der Hausseite montiert werden – bei nur rund 1,8 m Abstand zur Grundstücksgrenze. Damit rückte der Schallschutzin den Mittelpunkt der Planung.

2. Zwei unterschiedliche Wärmeverteilsysteme

Im Erdgeschoss sorgt eine Fußbodenheizung für gleichmäßige Wärme, im Obergeschoss übernehmen Heizkörper die Versorgung. Für die Wärmepumpe bedeutet das: sehr effizienter Betrieb im EG bei niedrigen Temperaturen, kombiniert mit höheren Vorlauftemperaturen für die Heizkörper im OG – ein typisches Mischsystem.

3. PV-Integration und Lastmanagement

Die 9,6 kWp Photovoltaikanlage sollte den Wärmepumpenbetrieb möglichst stark unterstützen. Dafür waren nötig:

  • SG-Ready-Schnittstelle für die Kommunikation zwischen PV-System und Wärmepumpe
  • intelligentes Lastmanagement, um Lastspitzen zu vermeiden
  • zeitlich verschobene Warmwasserbereitung, wenn PV-Erzeugung hoch ist

Für die strategische Bewertung der Lösung wurden u. a. die Inhalte aus Wärmepumpe Vorteile Nachteile herangezogen – insbesondere im Vergleich zur Weiterführung des bestehenden Gassystems.

Lösung: Split-Wärmepumpe, PV, Pufferspeicher und sauberer hydraulischer Abgleich

1. Auswahl der Split-Wärmepumpe mit Inverter-Technologie

Die Wahl fiel auf eine Split-Gerät-Lösung (Daikin Altherma 3) mit Inverter-Steuerung. Gründe:

  • sehr niedriger Geräuschpegel der Außeneinheit
  • flexible Positionierung von Innen- und Außeneinheit
  • hohe Effizienz über einen breiten Teillastbereich

Technische Eckdaten:

  • Heizleistung: 8 kW bei A7/W35
  • COP: 4,6 (Laborwert) bei A7/W35
  • Kältemittel: R32

2. PV-Integration und Priorisierung der Warmwasserbereitung

Die Wärmepumpe wurde so parametriert, dass Warmwasser vorrangig dann erzeugt wird, wenn ausreichend PV-Strom verfügbar ist. Über die SG-Ready-Anbindung erhält die Anlage das Signal, bei hoher PV-Produktion die Speicher gezielt anzuheben.

Dadurch sinkt der Netzstrombezug der Wärmepumpe deutlich – ein zentraler Hebel für die reale Wirtschaftlichkeit, siehe auchWärmepumpe Stromverbrauch und Wärmepumpe Installationr Details zur Inbetriebnahme.

3. Hydraulischer Abgleich und Pufferspeicher-Management

Für eine stabile Anlagenhydraulik und einen taktarme Betriebsweise wurden folgende Maßnahmen umgesetzt:

  • vollständiger Hydraulischer Abgleich aller Heizkreise
  • Voreinstellung der Heizkörperventile im Obergeschoss
  • Abgleich der Fußbodenheizkreise im Erdgeschoss
  • Integration eines 200 l Pufferspeicher zur Entkopplung von Erzeuger und Verbrauchern

Messergebnisse nach 12 Monaten Betrieb

Nach einem vollen Betriebsjahr liegen belastbare Zahlen zu Kosten, Effizienz und Autarkiegrad vor:

Kennzahl Vorher (Gasheizung) Nachher (Wärmepumpe + PV)
Jahreskosten Heizung ca. 2.950 € ca. 980 €
Autarkiegrad ca. 12 % ca. 46 %
Jahresarbeitszahl (JAZ) 4,2
Stromverbrauch WP (Stromverbrauch) ca. 3.250 kWh/Jahr
Lautstärke Außengerät ca. 48 dB(A) ca. 32 dB(A) nach Schalloptimierung

Fazit: Effiziente Wärmepumpenlösung für Hamburger Stadtlagen

Die Kombination aus Split-Wärmepumpe, PV-Anlage und optimierter Hydraulik zeigt, wie auch in dicht bebauten Hamburger Stadtteilen eine sehr leise, effiziente und wirtschaftliche Wärmepumpenlösung realisiert werden kann.

  • Rund 67 % geringere jährliche Heizkosten
  • Deutlich höherer Autarkiegrad durch PV-Nutzung
  • Signifikant reduzierter Geräuschpegel im Außenbereich
  • Zukunftssicheres, förderfähiges Heizsystem ohne fossile Brennstoffe

Für Eigentümer vergleichbarer Objekte liefert dieses Projekt eine klare Antwort auf die Frage Wärmepumpe Vorteile Nachteileinsbesondere, wenn PV und Wärmepumpe als gemeinsames System geplant werden.

Technische Details im Überblick

Komponente Technische Angabe
Wärmepumpentyp Split-Gerät Daikin Altherma 3
Heizleistung 8 kW (A7/W35)
COP 4,6 (Herstellerangabe)
Kältemittel R32
Speicher 200 l Pufferspeicher + 250 l Warmwasserspeicher
PV-Anlage 9,6 kWp, dachintegriert
Steuerung SG-Ready, App-Integration, PV-optimierte Warmwasserbereitung
Hydraulik vollständiger Hydraulischer Abgleich, Mischsystem FBH + Heizkörper
Schallschutz Bodenentkopplung der Außeneinheit + Schallschutzhaube

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