Moderne Hochtemperatur-Wärmepumpe im Leipziger Altbau von 1920
(Herausforderung: hohe Vorlauftemperatur, Heizkörperbetrieb, Denkmalschutzähnliche Substanz)
- Ort: Leipzig-Plagwitz
- Gebäudetyp: Gründerzeit-Altbau (Baujahr 1920)
- System: Hochtemperatur-Wärmepumpe mit Heizkörperbetrieb
- Ziele: Fossile Heizung ersetzen, hohe Vorlauftemperatur ermöglichen, Förderhöhe maximieren
Zitat des Eigentümers
„Wir wollten nachhaltiger werden – aber ohne das Flair unseres Altbaus zu verlieren. Dass eine Wärmepumpe das schafft, hätten wir nicht gedacht.“
Einleitung
Viele Altbauten in Leipzig haben eines gemeinsam: eine wunderschöne Bausubstanz, aber veraltete Heiztechnik. So auch dieses Mehrfamilienhaus aus dem Jahr 1920 in Plagwitz. Die Eigentümer standen vor der Frage, ob eine Wärmepumpe überhaupt geeignet ist – denn die alten Heizkörper benötigen hohe Vorlauftemperaturen, insbesondere im Winter.
Traditionell galt der Einbau einer Wärmepumpe in solchen Gebäuden als schwierig. Doch moderne Hochtemperatur-Wärmepumpen überbrücken genau diese Lücke: Sie arbeiten mit höheren Temperaturen, liefern gleichzeitig gute Jahresarbeitszahlen und ermöglichen einen reinen Wärmepumpenbetrieb auch im Altbau.
Die Herausforderung bestand darin, ein zu 70 % unsaniertes Gebäude effizient zu beheizen, Förderprogramme wie KfW und BEG auszuschöpfen und gleichzeitig eine möglichst hohe Energieeffizienz zu erreichen.
→ dazu passend später verlinkt: Wärmepumpe im Altbau
→ für Wirtschaft & Förderung: Wärmepumpe Förderung
Ausgangssituation
Das Gebäude wurde bislang mit einer 25 Jahre alten Ölheizung beheizt. Die Heizkörper waren überdimensioniert, das Rohrnetz alt – aber funktionstüchtig. Eine vollständige Sanierung war aus Budgetgründen nicht gewünscht.
Ausgangsdaten – Tabelle
| Faktor | Zustand vor Installation |
|---|---|
| Heiztechnik | Ölheizung, 25 Jahre alt |
| Gebäudezustand | teilsaniert, Originalheizkörper |
| Energieverbrauch | 3.900 L Öl/Jahr |
| Heizlast | 12,4 kW |
| Vorlauftemperatur | 60–65°C notwendig |
| Förderung | Hohe Förderchance (BEG + Bonusprogramme) |
Der Eigentümer wollte eine Lösung, die möglichst wenig Eingriffe in die Originalsubstanz erfordert und trotzdem die fossile Heizung vollständig ersetzt.
Herausforderung
Leipziger Gründerzeitquartiere wie Plagwitz bringen besondere Anforderungen mit sich:
1. Hohe notwendige Vorlauftemperatur
Heizkörper älterer Baujahre benötigen oft 60°C und mehr. Für herkömmliche Wärmepumpen ist das zu hoch.
2. Große Wohnfläche mit Heizkörperbetrieb
Die Gesamtfläche von 180 m² wird ausschließlich über Heizkörper beheizt.
3. Begrenzte Stellfläche im Außenbereich
Der Hinterhof bietet zwar Platz, aber nur für bodenstehende Anlagen – keine Wandmontage.
4. Wirtschaftlichkeit
Damit sich die Investition lohnt, musste die Wärmepumpe eine gute COP-Wert-Performance liefern und von hoher Förderung profitieren.
→ vertiefend: Wärmepumpe Wartung
Lösung – Hochtemperatur-Wärmepumpe mit 2-stufigem System
Die beste Lösung war der Einsatz einer Hochtemperatur-Wärmepumpe, die über eine zweistufige Verdichtung hohe Temperaturen ohne massiven Effizienzverlust erzeugt.
Warum gerade diese Technologie?
- liefert 70°C Vorlauf ohne Heizstab
- behält auch bei Frost stabile Jahresarbeitszahlen
- perfekt für Bestandsgebäude mit historischen Heizkörpern
Zentrale Komponenten:
| Komponente | Vorteil |
|---|---|
| Hochtemperatur-WP | bis 70°C Vorlauf |
| Verdichter (2-stufig) | hohe Effizienz bei Kälte |
| 300 L Warmwasserspeicher | stabile Versorgung |
| Hydraulischer Abgleich | niedrige Rücklauftemperatur |
| Wärmedämmung Heizungsrohre | Energieverluste reduziert |
Zusätzlich wurde ein digitaler Heizkurven-Optimizer installiert, der die Vorlauftemperatur dynamisch senkt, wenn das Gebäude weniger Leistung benötigt.
Ergebnisse
Dank der präzisen Auslegung und Optimierung konnte die Hochtemperatur-WP selbst an sehr kalten Tagen den Heizkörperbetrieb vollständig übernehmen.
| Kennzahl | Vorher | Nachher |
|---|---|---|
| Energiequelle | Heizöl | Strom |
| Jahresverbrauch | 3.900 L Öl | 7.200 kWh Strom |
| JAZ | — | 3,1 |
| Vorlauftemperatur Winter | 65°C | 60–70°C |
| Förderhöhe | — | 19.600 € |
| CO₂-Einsparung | — | 69 % |
Fazit
Diese Case Study zeigt deutlich: Auch ein Altbau aus den 1920ern kann erfolgreich und wirtschaftlich auf Wärmepumpentechnologie umgestellt werden – ohne Fassadendämmung, ohne Fußbodenheizung, ohne Komplettsanierung.
- Heizkörperbetrieb weiterhin möglich
- Hohe Vorlauftemperaturen erreichbar
- KfW-/BEG-Förderung maximiert
- erhebliche CO₂- und Kostenreduktion
- zukunftssichere, wartungsarme Lösung
Dank moderner Hochtemperaturtechnologie wird der Altbau effizient, leise und nachhaltig beheizt – ein Paradebeispiel für gelungene Gebäudetransformation in Leipzig.
Technische Details
| Komponente | Wert/Typ |
|---|---|
| Wärmepumpentyp | Hochtemperatur-Wärmepumpe |
| Heizleistung | 11 kW |
| Vorlauftemperatur | bis 70°C |
| Wärmequelle | Außenluft |
| Jahresarbeitszahl | 3,1 |
| Speicher | 300 L Warmwasser |
| Förderung | 19.600 € |
| Besonderheiten | Heizkörperbetrieb, zwei Verdichterstufen |
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